5
Okt
2008

Ärgerlicher Vorfall?

"Das Cola" wäre ausgetrunken.</realitätsverweigerung>

Trotzdem soll es mit Wortassoziationen weitergehen. Zum Beispiel: Was verbindet man mit 2 Jahren? Die Kinder, die man in dem Intervall kriegen könnte, könnten in der Zeit schon aus dem frühesten Säuglingsalter entwachsen sein. Ein Neuwagen verliert innerhalb dieser Zeitspanne 33% seines Wertes. In Österreich war das die Lebensdauer von zwei der drei letzten Regierungen. Nach zwei Jahren hat man auch endlich sein Prestigeprügelchen iPhone vertraglich abgestottert.

Nun gut - fahren wir mit der Assoziationwortkette fort: Was ist ein "sehr ärgerlicher Vorfall"? Auf der Autobahn eine Panne zu haben, vielleicht? Den Zug zu einem Meeting zu verpassen, sicherlich. Dass der Computer abstürzt und den ungespeicherten Arbeitsaufwand von zwei Stunden brutal aus dem Arbeitsspeicher wirft, definitiv!

17 Millionen Kundendaten zu verlieren (Tagesschau, heise,
Datenschutzblog
) ist hingegen kein "ärgerlicher Vorfall", wie Telekom-Chef Obermann dazu sagt. Formulierungen die mir dazu einfallen würden, wären stattdessen: "Debakel", "Disaster", "Katastrophe", "Blamage für das Management" und "Zumutung für die Kunden".

Man kann nun argumentieren, dass so etwas schon vielen Firmen passiert ist. Was allerdings wirklich nicht für das Unternehmen spricht, ist dass der "sehr ärgerliche Vorfall" bereits 2006 passiert ist und offensichtlich bis jetzt vertuscht oder geheimgehalten wurde.

Augenscheinlich hat die Deutsche Telekom, deren Image wegen ihres Stasi-Gebahrens ohnehin schon angekratzt ruiniert ist, es nicht nötig, über den wahren Schaden eines solchen Datendebakels nachzudenken. Den Kunden nur eine neue Rufnummer anzubieten, steht in keinem Verhältnis zum tatsächlich entstandenen Schaden, z.B. wenn man aus guten Gründen eine Geheimnummer hatte.

Angesichts ständig auftauchender Meldungen über Datenverluste sollten Regierungen weltweit über eine Novellierung des Datenschutzes auch in Haftungs- und Schadenersatzfragen nachdenken; vielmehr allerdings noch darüber, inwiefern Vorratsdatenspeicherung und datenerfassende Bundestrojaner weniger Schutz der Bevölkerung als eher Gemeingefährdung sind.

Trackback URL:
http://keinspass.twoday.net/stories/5237117/modTrackback

Cola unser(e)

So, weil wir, wie Nina Ruzicka schon anführt, keine größeren Probleme haben, übe ich mich auch in Realitätsverweigerung und gebe meinen finalen Senf zum ORF-gepushten "die Cola" vs. "das Cola" Showdown.
Also während "die Cola" 71.500 Google-Hits produziert, erscheinen bei der Suche nach "das Cola" 16.800 Ergebnisse.

Die deutsche Variante ist wie erwartet mengenmäßig stärker vertreten, allerdings nicht proportional zur Einwohnerzahl.
Während es 10 mal so viele Deutsche gibt wie Österreicher, manifestiert sich die Übermacht für die deutsche Variante im sprachlichen Fingerabdruck des World-Wide-Web nur mit einem Faktor von 4,25.

Es besteht noch Hoffnung, liebe Mitösterreicher, auf die linguistische Konversion der nördlichen Nachbarn zur einzig wahren Sprechweise!

(Die Auseinandersetzung ist fast so lächerlich, wie jene zwischen Protestanten und Katholiken. Aber nur fast.)

Trackback URL:
http://keinspass.twoday.net/stories/5237027/modTrackback

logo

Kein Spaß

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Archiv

Oktober 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 2 
 3 
 4 
 6 
 8 
 9 
10
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
24
25
26
27
31
 
 
 

Metainformation

Suche

 

Status

Online seit 3645 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 26. Apr, 16:17

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page

twoday.net AGB

Social bookmarking

Add to Technorati Favorites

Blogs

Besucher


ChitChat
Datenschutz
Politik
Sicherheit
Technik
Weltpolitik
Wirtschaft
WWW
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren