22
Sep
2008

Zum heutigen autofreien Tag...

...und weil es so witzig ist:



(Youtube-Video als Link)

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5
Sep
2008

Endorsement08

Thomas Knapp hat in seinem Blog eine Wahlempfehlungsaktion gestartet. Weil ich das eine gute Idee finde, möchte ich euch animieren, euch daran zu beteiligen.

Ich selbst kann mich allerdings nicht vollinhaltlich hinter eine gewisse Partei stellen, weil mir die dazu notwendige Begeisterung für die Programme der österreichischen Parteien fehlt.

Weil ich auch Nichtwählen, ungültiges Wählen und das Abstimmen für unbedeutende Kleinparteien als wenig zielführend erachte, beschränke ich mich darauf keine Wahlempfehlung abzugeben.

Eine Bitte maße ich mir aber schon an: Wählt doch nicht diese rechten Populisten, vor allem meine ich damit BZÖ und FPÖ. Weder bringen die Österreich vorwärts, noch können sie ihre unrealistischen Versprechen umsetzen. Und ihr Programm widerspricht den Menschenrechten, dem Humanismus und dem friedlichen Zusammenleben in unserem Land und schafft Probleme wo vorher keine waren (vielleicht wäre das von maschi angeregte Wahlsystem doch nicht so schlecht).

Dann bin ich mal gespannt auf die Wahlempfehlungen von anderen Bloggern!

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Kunst oder einfach Geltungssucht?

Wer glaubte, Hermann Nitsch würde kranke dem Laien schwer zugängliche Kunst schaffen, sollte man einen Blick auf folgenden Beitrag von Thumbsucker werfen. Vor allem die Geschichte mit dem verhungernden Hund ist sehr grenzwertig und erfüllt sicher den Tatbestand der Tierquälerei.

Dass von den Besuchern niemand auf die Idee kam, den Hund zu füttern ist zwar einerseits krass. Andererseits muss man darüber nachdenken, was man selbst machen würde, wenn man so ein "Exponat" in einem Museum betrachten würde. Würde man eingreifen? Oder würde man meinen, die Aussteller wüssten schon was sie tun und es wäre besser, das "Exponat" so zu belassen wie es ist? Ich weiß noch nicht, wie ich diese Frage für mich beantworte.

Update: Hier findet sich eine recht gut argumentierte Gegendarstellung.

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4
Sep
2008

Verbesserte Köder

Mittlerweile darf man durchaus paranoid werden. Ich pflege generell einen vorsichtigen Umgang mit meinen persönlichen Daten im Netz - trotzdem erhielt ich heute folgende E-Mail:

E-Mail mit einem "Stellenangebot" von Les-Prom
(Klicken für Großansicht)

Sieht auf den ersten Blick aus wie das normale Phishing-Mail einer russischen Geldwäscherbande (Russian Business Network?). Was daran aber so anders ist als an bisherigen ähnlichen Mails sind folgende Eigenschaften der Mail:
  • Die E-Mail ist persönlich an mich addressiert, obwohl mein Name in der E-Mailadresse nicht vorkommt. Irgendwoher muss der Absender meinen Namen kennen.
  • Die Mail preist im Betreff explizit Jobangebote für den Raum Deutschland/Österreich an. Folglich wurde die Mail vermutlich nur an Personen in dem Raum verschickt, was Vorwissen über die Empfänger voraussetzt.
  • Die erwähnte Firma existiert wirklich, zumindest hat sie einen Webauftritt (LesProm-Seite). Anscheinend ist sie auf den Vertrieb von Holz spezialisiert.
  • Alle Felder im Mailheader (Envelope-To etc.) zeigen tatsächlich auf meine Empfangsadresse.
  • Der Name des Mailagenten passt zum Jobangebot.
Bleiben zwei Schlüsse daraus: Entweder eine echte Firma namens LesProm verschickt wirklich massenhaft Jobangebote an Personen aus Österreich und Deutschland und stellt sich dabei nur so ungeschickt an, dass es zwangsläufig wie ein großangelegter Betrugsversuch aussieht. Oder Internet-Kriminalität erreicht eine bisher nie dagewesene Qualität.

In der aktuellen Ausgabe des iX wird die Möglichkeit von Datenmissbrauch über soziale Netzwerke näher beschrieben. Konkret geht es darum, wie man möglichst genaue Personenprofile durch automatisches Aggregieren von verschiedenen öffentlich zugänglichen Informationsquellen (soziale Netzwerke, Fotodienste, Telefonbücher) erstellen kann. Also quasi wie es der Dienst 123people vormacht. Die Kernaussage des Artikels ist, dass es gilt, möglichst viele persönliche Eigenschaften einer Person in Erfahrung zu bringen um gefälschte Anfragen glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Wenig überraschend ist die Aussage, dass die Glaubwürdigkeit einer betrügerischen Kontaktaufnahme mit der Anzahl an persönlichen Attributen, die darin vorkommen, steigt.

Anhand des hier gezeigten Mails sieht man aber schnell, wie richtig diese Aussage ist. Stünden in der Mail nicht die relativ wenigen persönlichen Attribute von mir (Name, Land in dem ich wohne) hätte ich sie gleich gelöscht. Andererseits, so habe ich sie zumindest bei dnsprotect als Missbrauch angezeigt. Und ich sehe das als Motivation, in Zukunft mit der Preisgabe meiner persönlichen Daten im Internet noch vorsichtiger zu sein.

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2
Sep
2008

Weltuntergang am 10. September?

Ich kann es kaum erwarten bis der Large Hadron Collider läuft, die Welt nicht untergegangen ist und endlich mehr über dieses mysteriöse Higgs-Boson bekannt wird. Und mich würde interessieren ob diese elende komplexe gLite-Middleware mit der mich eine gewisse Hassliebe aufgrund meiner intensiveren fachlichen Beschäftigung mit ihren Internas verbindet, bei dem ganzen Experiment mitspielt.

Weil der LHC nämlich mehr Daten als ein Rechner speichern kann schneller erzeugt als er sie verarbeiten könnte, müssen diese auf einem geographisch verteilten Rechnerverbund (alias Grid) gespeichert werden. Und ob dieses Datagrid die Petabytes von im LHC anfallenden Informationen mit seinen lose gekoppelten, getrennt entwickelten (und das ist das schlimmste: teilweise auf Webservices basierenden) Komponenten dann auch ordentlich verarbeitet, ist wohl genauso fraglich, wie ob es das Higgs-Boson denn nun gibt oder nicht.

Will man eine größere Datei abspeichern, braucht man Castor als Low-Level API, SRM zur Speicherplatzreservierung, LFC zur Registrierung einer damit verbundenen UID und/oder eines logischen Bezeichners und GridFTP zur tatsächlichen Übertragung. Ach ja, und einen gültigen VOMS-Proxy, damit man sich gegenüber dem Storage-Server authentifizieren kann. Damit hätte man allerdings erst die Datei im Datagrid indiziert abgespeichert, aber sie noch nicht im Rahmen eines Jobs verwendet.

Natürlich stammt die Komponenten keineswegs aus einer Hand. Castor wurde am CERN selbst entwickelt, SRM stammt von einer Reihe von Institutionen (u.a. CERN, Fermilab, LBNL und das italienische Nuklearforschungsinstitut), LFC kommt wiederum vom CERN selbst und GridFTP entstand im Rahmen von Globus und ist damit mehr oder weniger direkt auf das Argonne National Laboratory in Chicago zurückzuführen.

Die dazugehörigen Kommandozeilenwerkzeuge laufen ausschließlich unter Scientific Linux, was für Nutzer anderer Betriebssysteme bedeutet: APIs verwenden oder hoffen, dass jemand anders das Higgs-Boson findet. Wäre schön und gut, wären die APIs denn auch schön einheitlich. SRM ist ein Webservice und bietet somit eine SOAP-Schnittstelle, GridFTP ist über eine Java-API und eine Python-API ansprechbar, während LFC nur eine C-Bibliothek als offizielle Interaktionsmöglichkeit vorzuweisen hat. Intern verwendet der LFC ein proprietäres, binäres RPC-Protokoll (!). Immerhin ist die C-Bibliothek auch im Quellcode vorhanden.

So kann man, wenn man viel Zeit oder wie ich keine andere Möglichkeit hat, die Kommunikationsschritte des Protokolls auch in einer anderen Programmiersprache abschreiben nachprogrammieren. Angesichts dessen verwundert es eher, dass das Datagrid überhaupt funktioniert, als dass der Start des LHC öfters verschoben werden musste. "So gerade" schafft man es aber schon damit umzugehen, wenn man ein bisschen Ärger nicht scheut.

Trotzdem bin ich immer noch skeptisch, ob ich mir den kolportierten Weltuntergang tatsächlich schon für den 10. September vormerken sollte.

Aber zum Glück kann man sich die Wartezeit bis dahin noch mit dem kongenialen LHC-Rap vertreiben:



(Youtube-Video als Link)

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29
Aug
2008

Privatisierungen

Im (von Microsoft Österreich betriebenen) Vistablog wurde unlängst über die InPrivate Funktion vom Internet Explorer 8 berichtet.

Prinzipiell ist diese Funktion sehr begrüßenswert, weil sie Cookies auf Sessions beschränkt, temporäre Dateien nach dem Surfen löscht und keine Formulardaten speichert - also eigentlich das macht, was ohnehin in jedem Browser von Menschen ohne größere exhibitionistische Neigung mit Bedürfnis nach Privatsphäre Standardeinstellung sein sollte.

Vor allem hervorzuheben aber ist der Schutz, den die InPrivate-Funktion gegen Analysedienste wie Google Analytics bietet - hier muss ich als ansonsten begeisterter Firefox-Nutzer einmal ganz ehrlich hinzufügen, dass die Mozilla Foundation aufgrund der inoffiziellen Verflechtung mit Google (siehe z.B. hier) leider gar nie in der Position wäre, diesen vielseitig eingesetzten Spion zu blocken.

Bedenklich ist andererseits die folgende Aussage über die im Vistablog verwendeten Tracking-Cookies:
Es werden hier mehrere Cookies gesetzt, unter anderem von Google Analytics. Das wird demnächst ersetzt werden durch Microsoft Adcenter.
Es bleibt abzuwarten, ob der neue Internet-Explorer im InPrivate-Modus auch die Microsoft-eigenen Tracking-Dienste blockt.

Trotzdem darf man gespannt sein, inwieweit die Verfügbarkeit ordentlicher Datenschutztechnik in einem Browser mit dem Marktanteil des Internet Explorers erstens die Nachahmung durch weitere Browseranbieter inspiriert und zweitens das dringend notwendige Bewusstsein für Datenschutz bei Otto-Normalnutzer weckt.

Die folgende Diskussion darüber im Vistablog möchte ich euch aber nicht vorenthalten:
Stephan meinte am 26. Aug 2008 15:45
Wenn du es nicht sagst, sage ich es, im Internet nennen sie diesen Modus den PORNO Modus. Nur bringt der ganze Porno Modus gar nichts, wenn man vor lauter Porno gucken nicht merkt wer hinter einem steht :D
Antwort vom Autor des Blogs:
Genau deswegen sitze ich mit dem Rücken zur Wand.
Anmerkung: Natürlich sollte der Modus aber nicht dazu missbraucht werden, dass man(n) im Büro Pornos anschauen kann... ;-)

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https://keinspass.twoday.net/stories/5155827/modTrackback

26
Aug
2008

Über Präpotenz, Propaganda und Pseudostaaten

Im tagesschau.de Interview spricht Völkerrechtsexperte Otto Luchterhandt über die völkerrechtliche Legitimitation der russischen Anerkennung von Südossetien und Abchasien. Propaganda kann man Luchterhandt anders als so manchem Nachrichtenformat eigentlich kaum vorwerfen; seine Argumente klingen ziemlich fundiert. Es stimmt nun mal, dass der Westen mit dem Präzedenzfall der völkerrechtlichen Anerkennung des Kosovo eine Vorlage für beinahe beliebigen Staatsseparatismus geliefert hat - dieser objektiv schwer begründbare Schritt war ein grober Fehler des Westens unter Führung der USA.

NATO, EU und USA haben Glück, dass der tatsächliche Argumentationsnotstand, in dem sie sich befinden, durch das pöbelige Auftreten Russlands relativiert wird.

Allerdings widerspricht sich Luchterhandt auch selbst, wenn er argumentiert, dass Voraussetzung für eine Staatlichkeit unter anderem ein Staatsvolk sei, was in Südossetien nicht gewährleistet sein, denn
in Südossetien [liegen] eine Reihe von georgisch besiedelten Dörfern, so dass man auch nicht von einem einheitlichen Staatsvolk sprechen kann. Von staatlichen Verhältnissen kann in Südossetien also bei Licht betrachtet keine Rede sein.
Das macht die Argumentation mit dem Kosovo noch schwieriger, leben in dieser Region doch über 100000 Serben, die sich, würde man sie fragen, wohl kaum als "Staatsvolk" des Kosovo betrachten würden. Die Frage nach der "effizienten Staatsgewalt" erübrigt sich beim Kosovo mindestens genauso sehr wie bei Südossetien, denn ohne Hilfsgelder und UN-Hilfstruppe könnte dieses Luftschloss dieser Staat nicht einmal die einfachsten Exekutivaufgaben selbst durchführen; ganz unabhängig davon entzieht sich der gesamte Nordkosovo der Kontrolle der Regierung in Pristina.

Das soll nun nicht die imperialistische Präpotenz der russischen Armee rechtfertigen, die über das georgische Kernland marschiert wie in tiefsten Sowjetzeiten. Aber über die Anerkennung Abchasiens und Südossetiens durch Russland empört den Kopf zu schütteln und dabei nicht an den Kosovo zu denken ist - mit Verlaub - westliche Propaganda.

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23
Aug
2008

Blinder Passagier

Als Anwender des Linux-Fenstermanagers XFCE war ich etwas frustriert, dass ich zur gleichzeitigen Benützung der Instant-Messaging Protokolle ICQ und Jabber entweder auf Pidgin oder Kopete festgelegt war; ersteres nervt wegen seinem mehr als aufdringlichem Werfen des Chatfensters in den Vordergrund (bei jeder eingehenden Nachricht!); zweiteres bringt eine Menge KDE-Bibliotheken mit, die das Konzept eines Light-/Middleweight Fenstermanagers ad absurdum führen.

Als ich nach längerem Hin und Her schon aufgegeben hatte und mich fortan asketisch nur mehr auf meine Jabber-Kontakte beschränken wollte, bin ich auf eine faszinierende Technik gestoßen: Jabber-Transports. Dabei geht es darum, dass nicht mehr der Client die Verbindung zum Gegenüber in Protokollen wie ICQ, MSN oder YIM verwaltet, sondern der Server. Man unterhält nur eine Jabber-Verbindung (z.B. über einen reinen Jabber-Client) zum Server und nutzt die anderen Instant-Messaging Protokolle über Jabber sozusagen als blinder Passagier mit.

Service Discovery der Jabber Transports
Der Service Discovery des Jabber-Clients zeigt die Dienste, die der Server zur Verfügung stellt, an

Eingabefeld ICQ Nutzerdaten
Jetzt noch die ICQ-Login-Daten mitgeben

ICQ Nutzer sind kontaktierbar
Und die ICQ-Kontakte erscheinen in der Kontaktliste

Prinzipiell werden Nachrichten an ICQ-Kontakte vom Jabber-Server an den ICQ-Server weitergeleitet, also in meinem Fall von jabber.gmx.net an icq.jabber.gmx.net. Dieser kommuniziert über ICQ (genauer über das OSCAR Protokoll) mit dem tatsächlichen ICQ-Server.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Man verwaltet nur eine Jabber-Verbindung, die ICQ-Kontendaten schickt man nur über den Transport mit.

ICQ ändert wieder mal überraschend die Protokollversion? Mir doch egal, soll sich doch GMX drum kümmern, die Anbindung an den ICQ-Server wieder zu gewährleisten.
Jemand will meine IP-Adresse über ICQ rausfinden? Wird schwierig, ist der Transport doch auch gleichzeitig ein Proxy. Außerdem brauche ich in meiner Firewall nur den Jabber-Port zu öffnen, die anderen Protokolle laufen über den Transport mit. Als Nachteil kann man anführen, dass GMX eventuell die ICQ-Daten der Benutzer sammeln könnte - allerdings sollte man über ICQ sowieso nicht zu viele intime Details über sich verraten.

Im Wikipedia-Artikel zu Jabber-Transports wird diese Technik explizit als Übergangslösung angeführt - aber über die etwaige plötzliche Nichtverfügbarkeit braucht man sich zumindest bei GMX trotzdem keine Sorgen zu machen, denn der Transport existiert wohl nur wegen dem GMX.de MultiMessenger, der auch mit ICQ, MSN usw. kommunizieren kann.

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17
Aug
2008

Großinquisitor Jay C. Bybee

Beim Durchstöbern eines Wikipedia-Artikels über die Inquisition stieß ich auf eine pikante Parallele. Unter anderem wird dort auf Papst Innozenz' IV. Erlass zur Folter in Inquisitionsprozessen verwiesen, in dem es heißt (lateinischer Originalauszug):
C. 25: Außerdem soll der Podestà (Stadtherr) oder städtischen Amtsträger alle Häretiker, die er gefangen hat, ohne dass er ihnen jedoch bleibende körperliche Schäden zufügt oder sie dabei sterben, dazu zwingen, ihre Irrtümer ausdrücklich zu gestehen und andere Ketzer anzuklagen, die sie kennen.
Dass ein Inquisitionsverfahren für die Angeklagten nicht gerade ein gemütliches Kaffeekränzchen darstellte, weiß man aus den Schulbüchern und den Hollywood-Schinken; interessanter ist der Nebensatz "ohne dass er ihnen jedoch bleibende körperliche Schäden zufügt".

Das erinnert zwangsläufig an die so genannten "scharfen Verhörmethoden", die von den Amerikanern in Guantánamo-Bay angewandt werden.
In der Realität jedoch ist die allgemein in den Medien wiedergegebene Aussage, alle Verhörmethoden, die beim Opfer keine bleibenden Schäden verursachen, wären erlaubt, verkürzt.

Tatsächlich heißt es in dem für die fraglichen Verhörmethoden maßgeblichen Text, der vom Juristen Jay Bybee verfasst wurde, im Wortlaut:
Each component of the definition emphasizes that torture is not the mere infliction of pain or suffering on another, but is instead a step well removed. The victim must experience intense pain or suffering of the kind that is equivalent to the pain that would be associated with serious physical injury so severe that death, organ failure, or permanent damage resulting in a loss of significant body function will likely result. If that pain or suffering is psychological, that suffering must result from one of the acts set forth in the statute. In addition, these acts must cause long-term mental harm. Indeed, this view of the criminal act of torture is consistent with the term’s common meaning.
Das heißt, auf Grundlage dieses Textes ist der Tatbestand der Folter nur dann erfüllt, wenn zusätzlich zu Schmerzen, die sonst bei drohendem Tod oder Organversagen auftreten, auch noch langfristige mentale Schäden zurückbleiben. Mit schnippischer Überheblichkeit wird der Allgemeinheit am Ende des Schriftstücks unterstellt, diese Definition wäre sowieso das, was sie unter Folter verstünde.

Folglich werden in Guantánamo-Bay keine Inquistionsmethoden angewandt, sondern Methoden die über das hinausgehen was zur Zeit der Inquistion zumindest formal erlaubt war.

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