24
Jan
2009

Musikspielnachtrag

Ich habe gesehen, dass der enthusiastische PC-Besitzer sogar ohne lokale Installation in den Genuss eines Guitar-Hero Imitats kommen kann: Jam Legend ist ein Flash-Onlinespiel mit erstaunlich wohlklingenden Liedern von Independent Bands. Finger- und Tastaturschmerzen garantiert... Und falls mich wer zu einem gepflegten Spielduell herausfordern will - mein Benutzername dort ist auch bellerophon.

Man muss sich aber nicht anmelden um das Spiel auszuprobieren, aber wenn man sich anmeldet, merkt sich die Seite die Highscores und es werden sogenannte Accomplishments freigeschalten, wenn man in mehreren Lieder gegen den (einfach zu besiegenden) Computergegner Roxanne gewinnt.

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22
Jan
2009

Musikspielmix

Singzwang

Wer war noch nie auf einer jener Parties, auf denen überenthusiastische Mitmenschinnen unter großem Gekreische Sony-Cashcow Singstar hervorzuziehen und ihre gequält lächelnden und vergeblich hoffenden Gäste unter Aufbringung noch nie gesehenen Nachdrucks zu öffentlicher Blamage am Mikrofon nötigen? Wenn Singstar dann noch ein Exemplar peinlicherer Prägung ist (schlimmstenfalls Schlager, Après-Ski oder BoyBands vs. GirlBands), kann einem die Lust an Musikspielen schon lebenslang vergehen.

Auf Gitarren drücken...

Eigentlich schade, dabei gibt es ja auch das ganz lustige Guitar Hero. Und wer jetzt einwirft, auf einem Plastikbrett bunte Knöpfchen zu drücken und sich dabei wie ein Rockstar zu fühlen sei nicht weniger peinlich, als in ein Mikrofon zu jaulen und sich dabei wie ein Popstar zu fühlen, der kann nur weiblich sein. Auf alle Fälle gibt es von besagtem Spiel eine sehr ordentliche PC-Portierung namens Frets on Fire, bei der man das nerdige Bild des Musikspielspielers noch verstärken kann, indem man auf den F1-F5 Tasten oder den Nummertasten 1-5 der Tastatur rumhämmert. Und so Gitarrenklänge zum Besten gibt. Es hat immerhin den Vorteil, dass polizeiliche Überwacher eine Beschäftigung erhalten, wenn sie in den aufgezeichneten Abfolgen von Ziffern zwischen 1 und 5 hochkonzentriert nach versteckten Botschaften suchen - und es sieht zumindest am Bildschirm auch ganz cool aus:


(Whiskey in the jar in Frets on Fire)

Songs sind leicht zu erstellen, in Form von Midi-Tabs, einer Vorbis-Datei mit dem kompletten Lied und einer Vorbis-Datei nur mit der Gitarrenspur. Dementsprechend werden im Frets On Fire Fan Forum rege selbst erstellte spielbare Songs getauscht; man kann sich dort ausgiebig bedienen, denn Lob ist Wasser auf den Ego-Mühlen der Ersteller und ihnen zum Glück Lohn genug.

Ein witziges Flash-Minispiel ähnlichen Zuschnitts existiert mit King of Air Guitard. Das fröhliche Knöpfchendrücken hat aber vor allem im Kooperationsmodus mit etwaig anwesenden Kumpels oder Freundin eine beträchtliche Suchtkomponente und entsprechendes Zerstörungspotenzial für die Tastatur.

... und auf Musik surfen

Ein Spiel von dem man gar nicht für möglich halten würde, dass es funktioniert ist Audiosurf. Prinzipiell lädt man ein Lied seiner Wahl von einer Audio CD, MP3-, WMA-, Vorbis-Datei oder aus, bäh, iTunes und das Spiel erzeugt eine virtuelle Rennstrecke dazu. Das lustige ist, dass die Strecke genau - und das ist nicht übertrieben - zum Rhythmus des Songs passt. Nun gilt es gewisse farbige Blöcke einzusammeln und ähnlich wie in Tetris Kombinationen zu bilden. Bei Machine Head ist das ein ziemlicher Reaktionstest, während man es bei Clara Luzia überlegter angehen kann. Allerdings ist mein armes Köpfchen auch mit langsamen Stecken überfordert und denkt sich nur "buuunt". Grafisch präsentiert sich dieser spielerische Equalizer stellenweise durchwachsen, aber im Moment muss ich mich, während ich ob der Buntheit etwaige epileptische Anfälle in Zaum zu halten versuche, eh auf den unteren Bildschirmabschnitt konzentrieren:

Audiosurf Screenshot

Ein Nachteil an Audiosurf sind die 10 Euro und die Menge Zeit, die einem nach dem Kauf fehlen. Aber das Spiel ist sowohl das investierte Geld (erhältlich ist es unter anderem über Steam) als auch die verlorene Zeit wert.

Troubadix-Disclaimer

Ja, auch für diejenigen die ihre Stimme für klangvoll und Singen für Spaß halten, gibt es PC-Unterhaltung: Ultrastar Deluxe ist eine Singstar-Portierung für PC, allerdings liegen aus Lizenzgründen keine bekannten Lieder bei. Es gibt zwar Textdateien mit den entsprechenden Noten für den Import ins Spiel, allerdings funktionieren diese nur richtig, wenn man genau die gleiche Liedversion wie der Ersteller vorliegen hat. Also liebe Frauen - falls ihr vorhabt, mich bei der nächsten Party wieder zu quälen, müsst ihr euch doch eine Playstation kaufen.

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14
Jan
2009

Jedem das Seine

Und jetzt bin ich ein ganz böser Nazi weil ich das als Überschrift gebrauchte? Mal ganz ehrlich, auch wenn das über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald stand, wer weiß das heute noch (ich wusste es nicht) und welche Verbindung soll dieser Satz zu den Ideologien des Nationalsozialismus besitzen? In der nicht-zynischen Verwendung des Satzes sehe ich ihn eher als Aufforderung zur Toleranz.

Es mutet wohl eher als übertriebene political correctness an, wenn Tschibo und Esso ihre Werbekampagnen aufgrund der Geschichte dieses Spruches stoppen mussten. Ich bin sicher, in Buchenwald stand auch irgendwo "Ausgang" und plädiere dafür, sämtliche Ausgangsschilder von allen öffentlichen Gebäuden zu entfernen.

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6
Jan
2009

Das BKA und der Schlüsseldienst

Bisher ist mir die Tatsache entgangen, dass in Deutschland der Soziologe Andrej Holm verhaftet wurde, weil er konspirativ tätig gewesen sein soll. Um aus der Sicht des BKA konspirativ tätig zu sein, braucht es nur drei einfache Zutaten:
  • Gebraucht ganz böse Worte wie: Gentrification, Prekarisierung, Globalisierung oder die Ur-Beschwörungsformel des Weltterrorismus: Ungleichheit
  • Arbeitet als Soziologe, Philosoph oder in irgendeinem anderen Forschungsgebiet, das von unseren Gesetzeshütern mit langhaarigen, linken Umsturzprotestlern assoziiert wird
  • Seid "intellektuell in der Lage, anspruchsvolle Texte zu schreiben"
Die Masse noch ein bisschen verrühren mit der Teilnahme an Demonstrationen, kritischen Kommentaren oder alternativem Auftreten und schon ist unser Terrorist fertiggebacken und muss nur noch ohne Anklage in Beugehaft geschmort werden.

Doch darum geht es eigentlich nicht, sondern mehr um die Kompetenz des BKA. Desselben BKA, das die deutschen Bundesbürger zu ihrem eigenen Schutz gerne einer Permanentüberwachung aussetzen würde. Da finden die emsigen Beamten Dateien von Andrej Holm, die eventuell das Wort Prekarisierung, Gentrification oder ähnlich böse Dinge enthalten könnten. Blöd nur, dass die Dateien mit GnuPG verschlüsselt sind.

Jetzt hat das BKA das unglaubliche Glück, auch noch den Private Key in die Hände zu kriegen. Aber was haben die pösen Terroristen da gemacht? Man braucht ja glatt auch noch ein Passwort! Na schau her, wenn das schon mal kein Schuldbeweis ist, denn wer nichts zu verbergen hat... aber wegen diesen dummen liberalen Richtern und dieser antiquierten Unschuldsvermutung muss der Verdächtige das Passwort blöderweise nicht herausgeben.

Woher kriegen die Beamten nun ein Passwort? Die Analogie zum Ochsen vor dem Tor drängt sich auf und was macht man, wenn man keine Ahnung hat? Richtig, man engagiert einen externen Berater, der gerade um so viel mehr Ahnung von der Materie hat, um glaubhaft machen zu können, er kenne sich aus. In dem Fall sind die kompetenten Techniker leider an einen Wirtschaftsinformatiker geraten, der wohl etwas mehr Bedeutung auf den ersten Teil seiner Berufsbezeichnung legt, als auf den zweiten.

Verlangt also einen unverschämten Haufen Geld für eine "Machbarkeitsstudie".

Liebes BKA: So fragwürdig eure Methoden auch sind - erspart zumindest dem deutschen Steuerzahler eine Menge Geld und konsultiert Wikpedia mal zu den folgenden Begriffen: Wörterbuchangriff und Brute-Force-Methode. Besser aber noch wäre, ihr würdet Personen nicht aufgrund von Indizien verhaften, sodass ich mich nicht fürchten muss, das nächste Mal ein Konspirateur zu sein, wenn ich mein Handy zu Hause vergesse. Vielen Dank!

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5
Jan
2009

No more Mr. Nice-Guy

Ebay stoppt den Handel mit Elfenbein (leider kennt "höchste Zeit" keinen weiteren Superlativ mehr), Google ist noch anderer Meinung:

No more Mr. Nice-Guy: Elfenbein bei ebay

(thx @ Markus)

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4
Jan
2009

Uffguckbichli

Wer von euch errät, von welcher Wikipedia-Sprachversion der folgende Ausschnitt stammt?
Wikipedia iss en Uffguckbichli mit iwwer zwee hunnert fuffzich Schprooche.
edit: Falls es jemanden interessiert, es handelt sich um Pennsilfaanisch Deitsch.

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27
Dez
2008

Das Jahr des Cloud Computing? Teil 3

Wozu der Spaß?

Unternehmen wollen den Regenwald nicht retten und Privatpersonen beruhigen ihr Gewissen gern mit einer Spende von 10 € oder so an Greenpeace vor oder nach Weihnachten. Dass also die ökologischen Gründe den Trend zum Cloud Computing kaum eingeleitet haben werden, ist eine logische Konsequenz unserer menschlichen Natur, die Nachdenken über die Zukunft meist so ungemütlich findet wie die Vorstellung, dass Geld vielleicht doch nicht ganz alleine schuftet.

Statt Grün führt also der Greenback zum Cloud-Computing und Firmen müssen ihre Produkte nicht greenwashen sondern bloß cloudwashen. Warum Cloud-Computing aber durchaus ökonomischen Sinn ergeben kann, erklären diese Videos (die man leider nicht doch einbetten kann) sehr gut:


Cloud Computing in Plain English 1


Cloud Computing in Plain English 2

Effizienz oder Freiheit?

Somit entspricht die Infrastruktur-Variante von Cloud Computing eigentlich einer Fokussierung auf die Kernkompetenzen eines Unternehmens und der Auslagerung des Rests. Liebhaber freier Software dürfen darin zwei Konsequenzen sehen: Die gute ist, dass Linux aufgrund des liberalen Lizenzmodells und der starken Verankerung in Virtualisierungstechniken (Xen, VServer) und im Serverbereich das prädestinierte Betriebssystem für Cloud-Infrastruktur ist. Mehr Cloud-Computing bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit also eine höhere Verbreitung von Linux. Die zweite Konsequenz, ich will sie euphemistisch "die andere" nennen, ist dass damit Adam Smiths Konzept von der Arbeitsteilung auch die Web-Welt erfasst hat. Und der sinistre Zwillingsbruder des Arbeitsteilungskindes Effizienz ist leider auch Abhängigkeit. Nicht umsonst sieht OSS-Aktivist Richard Stallman Cloud-Computing eher als Giftwolke.

Taxirechnungen

Da Cloud-Computing derzeit am Zenit des Hype-Horizonts steht, erfordert es viel Zähigkeit um negative Aussagen dazu zu ergoogeln. Auch die Kristallkugelschauer Marktforschungsunternehmen überschlagen sich in Jubelmeldungen über die Kosteneffizienz der tollen neuen Wolke 7. Cloud Computing ist sicher großartig für Startups, die sich anfänglich keine Server-Infrastruktur leisten können und schnell skalierbare Ressourcen verfügbar machen wollen - allerdings ist auch eine Fahrt mit dem Taxi billiger als einen Neuwagen zu kaufen, wenn man es nur ein paar Mal macht. Es hat aber wohl einen Grund, dass nur Donald Trump und Taxifahrer selbst das ganze Leben lang mit dem Taxi fahren.

Aussicht

Das Mieten von Cloud Infrastrukturen ist zwar recht günstig bepreist, aber erst wenn Nutzer die rosa Hype-Brille nur mehr für den nächsten Trend aufsetzen und Cloud Computing realistischer sehen, kann man die tatsächliche Kosteneffizienz abschätzen. Da wird dann auch klar werden, dass die "gratis" angebotenen Online-Software-Services doch kein Free Lunch waren.

Bis dahin wird man den Begriffsschwamm "Cloud-Computing" auch zu einer klaren Definition zusammenpressen müssen, weil damit ja derzeit so ziemlich alles vom Hosting-Dienst über Online-Speicher bis zur Webmail-Oberfläche bezeichnet wird. Wie in allen Hype-Techniken findet sich auch in der Wolke reichlich Zukunftspotential, wenn schon nicht jener Erlöser, den die Vulgärpositivisten darauf projizieren.

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Verwandtschaftsgrade

Weil orf.at sonst wohl nichts zu berichten hat, echauffiert man sich darüber, dass eine Mitarbeiterin entlassen wurde, weil sie Kunden "Frohe Weihnachten" wünschte. Interessiert mich in etwa so sehr wie der sprichwörtliche chinesische Reissack und hat vielleicht auch die selbe allgemeine Relevanz, lustig ist aber der folgende Abschnitt:

"... Ehefrau und Mutter eines sechsjährigen Buben"

Soso, diese überzeugten Christen... ;-)

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26
Dez
2008

Das Jahr des Cloud Computings? Teil 2

Datenkraken

Es gibt kaum eine Ware, die in ihrem Verkaufswert von Verkäufern und Käufern so unterschiedlich eingeschätzt wird, wie personenbezogene Daten. Da erzählt einem der unsympathische Nachbar W., wie dumm man sei, dass man keine Kundenkarte habe, denn damit könne man ja 3% des Preises bei ausgewählten Artikeln ab einem Kaufswert von 50 € sparen. Fuchtelt mit seiner kundenkartenüberladenen Geldbörse und freut sich wie ein Kind über die 3 €, die er sich beim Kauf dieser unsäglich hässlichen 100 € Schreibtischlampe gespart hat. Noch mehr freuen dürfte sich allerdings der Händler: Erstens hätte sich W. sonst wohl eine billigere Lampe gekauft und zweitens sind seine Daten viel mehr wert, als das bisschen Rabatt den Händler kostet.

Die beim Cloud Computing bereitgestellten Anwendungen sind meist frei im Sinne von Freibier - aber nicht frei von Werbung und Datensammelfreude. Irgendeine Form von Entgeltlichkeit muss man auch unserer Freibiergeneration zuteil werden lassen oder so lange die Fratze der Freundlichkeit mit ihren monetären Verlusten tragen, bis der Nutzer in wohlwollende Abhängigkeit von gewohnten Diensten geführt ist.

Infrastruktur

Anders sieht es aus bei Infrastrukturlösungen wie Amazons revolutionären Webservices, z.B. der Elastic Compute Cloud oder der Speicherlösung Amazon S3. Hier bietet man dem Kunden entgeltliche Rechen- und Speicherdienste, die am ehesten klassischem Grid Computing nahe kommen.

Amazon erhält echtes Geld für Speicher, Rechenzeit und Netzwerkvolumen und muss deshalb nichts mehr an Werbung und Datensammlung verdienen. Irgendwie muss Amazon aber die Schwarzfahrer vom Bus werfen, das heißt, eine Zugriffskontrolle (mit Authentifizierung und Autorisierung) durchführen. Außerdem sollten die Nutzer nicht gerade die Busfenster mit Graffiti besprühen und unter den Sitz kotzen, deswegen ist eine Methode zur Non-repudiation und Verantwortung der Nutzer unerlässlich.

Geht nicht ohne dass Amazon die Nutzer identifiziert und lustvoll im privaten Schweinkram deren Anwendungspakete wühlen darf? Oder anders: Wird man nach einem Ausweis gefragt, wenn man ein Busticket kauft?

Teile und herrsche

Die Lösung läge darin, dass man Authentifizierung und Autorisierung trennt. In einer Realwelt-Analogie ist das so, wenn zur Bank geht und Geld behebt. Die Bank kennt die Identität und den dazugehörigen Kontostand und händigt das Geld aus. Bei den verschiedenen Serviceanbietern kann man dann mit dem Geld anonym bezahlen, weil man die Scheine der Person nachher nicht mehr zuordnen kann. Ein ähnliches, ziemlich kompliziertes Schema hat David Chaum für anonymes digitales Bezahlen erfunden:

Digitales Cash Schema von David Chaum

Vermutlich sind solche Ansätze zu kompliziert und ein einfaches Login über SSL mit X509 Zertifikaten besser akzeptiert - wie in der Realität, wo die Kreditkarte einfacher zu handhaben ist, als das Bargeld. Technisch wäre es zwar unter recht hohem Aufwand möglich, Nutzeranonymität bereitzustellen, aber die Nachfrage danach ist nicht groß genug, um die Umsetzung zu rechtfertigen.

Allerdings: Die Anwendungen im Compute Cloud oder die gespeicherten Sachen auf Amazon S3 haben irgendein nutzerdefiniertes Format und man müsste schon gezielt wissen, wonach man sucht um auf Ergebnisse zu stoßen. Das erfordert menschlichen Eingriff, das ist teuer und das bedeutet normalerweise, dass es nicht gemacht wird. Sollte allerdings eine Skandalnudel wie Paris Hilton oder Sarah Palin Daten auf S3 speichern, würde ich mich als Amazon Sicherheitschef nicht bedingungslos auf die Loyalität der Mitarbeiterschaft stützen. Man sollte misstrauisch werden, wenn Personen dann anbieten, das Wochenende durchzuarbeiten.

Don't be evil unprofitable

Bei Online-Anwendungen wie sie Google en masse anbietet, zieht man sich freiwillig vor den jeweiligen Unternehmen aus. Die ausgelagerten Daten haben ein vom Serviceanbieter definiertes Format, was auch Heuhaufen-Stecknadeln an privaten Peinlichkeiten gut sichtbar werden lässt. Bei Infrastruktur-Lösungen sind die Formate recht frei, man konsumiert Ressourcen für die Ausführung von Programmen oder den Transfer oder die Speicherung von Daten. Genügend Energie kann aber auch hier eine Nacht in Paris oder ein Konto in Liechtenstein offen legen.

Ein paar Skandale dieser Art werden in Zukunft neben Spaß und Unterhaltung medialer Aufregung hoffentlich auch für eine Verbesserung des Datenschutzes und der Anonymisierung im Cloud Computing sorgen.

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